Was ist eine Blackbox, wie funktioniert sie und warum überhaupt?
Der Begriff Blackbox ist eigentlich irreführend, denn man benötigt erstens keine Schachtel / Kiste und zweitens muss es auch nicht immer schwarz sein.
Allgemein bekannt sind noch die Bluebox, die Greenbox und die Whitebox - alle funktionieren nach dem gleichen Prinzip und eröffnen eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten.
An Stelle einer Box ist es meistens praktischer, eine Folie oder ein Tuch in der entsprechenden Farbe zu nehmen. Ambitionierte Bastler und Heimwerker die viel Platz zur Verfügung haben können auch mit Spanplatten oder Gipskarton arbeiten.
In allen Fällen ist es wichtig, dass die gewählten Materialien nicht reflektieren. Bei Stofftüchern und Folien sind glänzende Oberflächen unbedingt zu vermeiden, gleiches gilt für den Farbanstrich von feststehenden Hintergründen.Um es einfach zu halten verwenden wir den umfassenden Begriff Box für weitere Erklärungen.
Was macht nun die Box?Grundsätzlich werden Boxen als Hintergründe genutzt, um eben diese bei der Filmbearbeitung auszublenden und durch andere Hintergründe zu ersetzen.Beispiel: Sie filmen eine Person im Skianzug vor einer farbigen Box, blenden mittels eines Videobearbeitungsprogramms ( im folg. Prog genannt) die Hintergrundfarbe aus und platzieren an dieser Stelle ein Foto von einer Südseeinsel.Pessimisten würden jetzt sagen : "Hey, das kommt noch früh genug - Klimawandel ey, Du weißt doch...." Na ja, bis es soweit ist kümmern wir uns lieber um die Technik.Das Prog. hat jetzt auf Tastendruck alle Anteile der Hintergrundfarbe herausgefiltert.Nehmen wir an, Ihr Hintergrund war gün. Nehmen wir weiter an, die Hosen des Skianzuges waren auch grün.Ihr Skifahrer steht also ohne Beine da. Dumm gelaufen.Wichtig ist in erster Linie, eine solche Aufnahme zu planen - also vorher schon zu wissen was nachher rauskommen soll. Die Hintergrundfarbe darf in keiner Art beim Vordergrundmotiv erscheinen.Folglich: kein grün beim Skifahrer bei Greenbox, kein schwarz beim Skifahrer bei Blackbox usw. Hört sich logisch an, hat aber seine Tücken.Gerne werden solche Kleinigkeiten wie Haarfarbe, Augenfarbe, Zähne und persönliche Ausrüstung übersehen. Stellen Sie sich das Ergebniss einer lachenden Frau mit blendend weißen Zähnen vor einer Whitebox vor.Der Hintergrund des später eingefügten Fotos scheint durch - schade für die lachende Frau, schade für den Film. Bei Augen sorgt dieser Effekt gelegentlich für gruselige Erscheinungen und wenn die Haare der Hintergrundfarbe entsprechen.... na ja. Armbanduhren, bzw. deren Armbänder sorgen in solchen Fällen für ärgerliche Überraschungen.Das Prinzip dürfte bis hierher klar sein. Die nächste Falle ist der Schatten.Schatten ist immer schwarz, daher bei allen Boxen - ausser Blackbox - zu sehen. Filmen Sie eine Person oder einen Gegenstand vor einer Greenbox und wird grün später herausgefiltert, bleibt der schwarze Schatten erhalten. Das gilt auch für Lichtreflexe, daher der Hinweis, keine glänzenden oder reflektierenden Materialien zu verwenden. Speziell bei Stoffen sollten Sie auch auf eine feine Webart Wert legen. Grobe Wolldecken zum Beispiel sind ungeeignet, weil sich in den Wollknubbeln das Licht bricht. Versuchen Sie immer die Beleuchtung beim Filmen so einzurichten, dass kaum oder keine Schatten entstehen. Künstler sind hier einmal ausgeklammert. Selbstverständlich kann man sich die genannten Nachteile auch zum Vorteil machen.Umwickeln Sie spasseshalber den Kopf einer Person mal mit einem grünen Tuch, filmen diese Szene und filtern Sie nachher grün aus der Szene heraus. Sieht gut aus. Mit zwei rund geschnittenen Tüchern, eines auf dem Bauch, eines in gleicher Höhe auf dem Rücken befestigt, erzielen Sie so einen weltberühmten Hollywood-Effekt. Nach etwas Übung werden Sie merken, dass Ihre Phantasie Rad schlägt. Mit der Technik die uns Hobbyfilmern zur Verfügung steht, kommen bezahlbare Programme schnell an ihre Grenzen. Besonders bei schnellen Bewegungen sieht man ausgefranste Ränder am Übergang zwischen Vordergrund und eingefügtem Hintergrund. Verzichten Sie anfangs auf zu viel Action und setzen Sie Box-Effekte sparsam und gezielt ein. Manchmal ist weniger eben doch mehr. Bleibt noch zu schreiben, dass der Box-Effekt auch virtuell am Rechner hergestellt werden kann. Dazu machen Sie sich in einem beliebigen Foto- oder Bildbearbeitungsprogramm einfarbige Hintergründe die dann als JPEG oder BMP abgespeichert werden. Mit verschiedenen Masken lassen sich so geniale Overlays erstellen. Aber das ist ein anderes Thema.
EDIT: 20.10.2008
Na gut, dann eben doch ein Video - trotz ISDN.
Video ca: 2:40 Minuten, 6,07 MB
Kommentare (7)
wie meinst Du das mit dem Festland?
Hochwasser in Köln???
Klar, alles geht............
wie meinst Du das mit dem Festland?
Hochwasser in Köln???
Klar, alles geht............
Gut gemacht, das mit dem Wasser, gute Idee.
Grüsse
Gut gemacht, das mit dem Wasser, gute Idee.
Grüsse
schöner WS! Hat mir sehr geholfen...
Danke, dass du noch ein Video nachgelegt hast.
Ciao,
Baba
schöner WS! Hat mir sehr geholfen...
Danke, dass du noch ein Video nachgelegt hast.
Ciao,
Baba
cooler Workshop, da wirkt das ganz thema gleich etwas weniger kompliziert, mach doch noch ein Video-Workshop dazu, dann wird das was du erklärst noch mal visuell untermalt und du nimmst gleich an diesem wettbewerb hier teil, die Preise sind ja schon geil!
gruß rob_ca
cooler Workshop, da wirkt das ganz thema gleich etwas weniger kompliziert, mach doch noch ein Video-Workshop dazu, dann wird das was du erklärst noch mal visuell untermalt und du nimmst gleich an diesem wettbewerb hier teil, die Preise sind ja schon geil!
gruß rob_ca