Oba heitschi bu(m)beitschi....

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Frantzi

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Frantzi schrieb am 16.12.2010

Aus meiner Sammlung der nicht geliebten, weil "falschen" Weihnachtslieder...

anschliessend an meine "Grown up Drummer Boyz" von 2009...

zur Erklärung:

1. Es ist kein Weihnachtslied, wird nur seit langer Zeit als solches missbraucht...

2. Melodie ist zwar sehr schön, hat aber zu dem Text (oder den alten Texten - gibt immerhin etliche!)  einen ganz anderen Bezug, als heute unterlegt wird... und hat

3. wie viele Volkslieder auch viele Mütter und Väter...

 

Zwar ist es interessant, dass die musikalische Qualität von einer sehr großen Anzahl an Interpreten geschätzt wurde ( von Heintje über P.Alexander bis zu J. Carreras ), aber andererseits auch wieder signifikant, dass in fast allen Audio-Files andere, als die originalen Texte (wenn überhaupt je eruierbar) zum Vortrag gebracht werden.

 

Für mich ist das Stück sehr düster und fast fatalistisch, weil in einer Zeit angesiedelt, die sich heute fast niemand mehr vorstellen kann.

Aber lest und hört selbst...

 

Mein ältester Text:

 

 

Åba heitschi bu(m)beitschi, schlåf launga,

dei Muattarl, die is jo ausgaunga.

Sie is ja ausgaunga und kimmt nimma hoam

und låsst des kloa Büabale går so alloa….

Åba heitschi bu(m)beitschi bumbum,

åba heitschi bu(m)beitschi bumbum.

 

Åba heitschi bumbeitschi, schlåf süaßa,

die Engerln, die låssn di grüaßa!

Sie låssen di griaßa und låssn di frågen (dir sågn),

ob du net in' Himmel spazieren mågst foahrn.

Åba heitschi bu(m)beitschi bumbum,

åba heitschi bu(m)beitschi bumbum.

 

Åba heitschi bu(m)beitschi, im Himmel,

då führt di a schneeweißer Schimmel,

drauf sitzt a kloas Engerl mit ana Latern,

drinn leuchtet vom Himml da ållerschenste Stern.

Åba heitschi bu(m)beitschi bumbum,

åba heitschi bu(m)beitschi bumbum.

 

Und da Heitschi-Bu(m)beitschi is kumma!

Und håt ma mei Büabal weggnumma!

Er håt ma's weggnumma und håt´s nimma bråcht.

Drum wünsch i mein Büabal a recht guate Nåcht!

Åba heitschi bu(m)beitschi bumbum,

åba heitschi bu(m)beitschi bumbum.

 

Angeblich gibt es noch eine 5. Strophe ( die ich allerdings nicht gefunden habe)...

 

 

Nachforschungen, und deren Resultate sind wirklich erwünscht, Sternchen nicht wirklich nötig, Kommentare aber sehr...

 

I will try to translate the intellectual content of this song in an old Bavarian dialect in short words:

 

It´s (I presume) from 1680 and seems to be original.

 

1. verse: The little boy should sleep longer, because his mother has "gone out" -means "died"...

2. verse: The little boy should sleep sweeter, Angels are greeting him, and ask if he don´t want to stroll with them in heaven...

3. verse: He was told, that in heaven a white horse will wait for him with a little angel, carrieing a lantern within the beautifullest star of all...

4. verse: The "Heitschi bumpeitschi" (?) came, and took the little boy away. and because of he was not brought back, the singer(?) wishes a very good night...

 

As you see, very miraculous...

And since years (with different modern words), abused as a Christmas-Carol...

 

Perhaps someone from the Comm. will translate it better....

 

 

Einen, auch ein wenig "unbequemen", schönen Advent wünscht Euch

Franz

Kommentare (35)
docKlaus meinte am 26.10.2011 um 16:44 Uhr

8-)

 

hallo Frantzi,

-jetzt hast meinen Nerv getroffen-genau dieses Lied mit dem gleichen Text

hat mir meine Ma vorgesungen,als ich noch ein kleiner Junge war-sie ist

inzwischen 91Jahre alt und noch ganz gut drauf!

 

lGrüßeKlaus

beabea meinte am 30.12.2010 um 21:40 Uhr

...jo, da geht's mir wie jeff...grusel-gänsehaut...blush...ich kenn das auch nur in eher verschnulzten versionen...deine hier wird dem grausamen text mehr als gerecht...für mich klingt's so durch, als hätte der papa den jungen selber ins jenseits befördert, weil die mama auf und davon ist und er mit der situation und dem knaben hilflos und mehr als überfordert war...heart...deine "weihnachtssongs" haben's echt in sich...wink...freu mich schon auf nächste weihnachten...sad

 

p.s.: besonders hübsch ironisch find ich den walt-disney-mäßigen heile-welt-kling-glöckchen-geigen-schluss...smiley

ALBIrecords meinte am 27.12.2010 um 17:38 Uhr

ho ho ho....

 

jingel bells, is doch oach koan woahnachtsliedl....

 

danke das Du an mich gedacht hast...

 

mit den besten wünschen zurück...

 

der albi

 

5 treuepunkte

papajeff meinte am 25.12.2010 um 18:50 Uhr

Hallo Frantzi, zu welch Graussamkeiten bist Du nur fähig!!! Ich kannte das Lied bis jetzt nur von Heintje und divesresen anderen Interpreten...aber nicht mit einem solchen Gruseltext, mir lief echt die Gänsehaut runter.

Da sind ja sogar die Lieder vom Hirsch fröhlich dagegen (übrigens mein absoluter Lieblingsliedermacher obwohl er a Esterreicher is...oder desweng?).

Vieleicht sollte ich dieses Lied mal "verrocken", so ´n bischen Metalmässig, ungefähr wie Rockin Tennessie?

Auf alle Fälle hast Du Dir wieder sehr viel Mühe gegeben und alleine das sind alle Sterne wert!

LG Jeff

redisland meinte am 24.12.2010 um 12:23 Uhr

hi franz

das hast einfach klasse gemacht

toll mit dem dialekt

fav

 

wir wünschen auch dir und deiner frau schöne friedliche weihnacht

 

gruss die redis

zaara meinte am 22.12.2010 um 11:23 Uhr

hi

ich finde die Fassung von diesem Song ist dir super gelungen.

Ich kannte es bisher nur von Heinje.

 

mfg Conny

 

Ps: Ich wünsche dir und deiner Familie ein wunderschönes Weihnachtsfest.

Und einen ganz fleißigen Weihnachtsmann.

TylerDream meinte am 20.12.2010 um 20:06 Uhr

...versetzt mich in die Zeit zurück wo ich als kleiner Lausbub alle mit meinen Streichen geärgert habe.

 

Du bist ein Mastro in diesem Genre,........und der Dialekt ist köstlich.

 

Tyler

TommyG meinte am 19.12.2010 um 18:56 Uhr

Hi Frantzi,

 

Interessanter Song. Ich kannte bislang nur die Heintje-Version, hab aber nie auf den Text geachtet.

 

Heitschi-bumbeischi scheint mir ein Synonym zu sein für den Schlaf, der niemals endet, also für das Hinüberdämmern ins Jenseits.  Erinnert mich streckenweise an Goethes Erlkönig, der ja auch mit allerlei Illusionen lockt. Das ist auch in diesem Lied der Fall:

 

die Engerln, die låssn di grüaßa!

Sie låssen di griaßa und låssn di frågen (dir sågn),

ob du net in' Himmel spazieren mågst.....då führt di a schneeweißer Schimmel,

drauf sitzt a kloas Engerl mit ana Latern.

 

Ein Rätsel ist für mich, wer da in der 4.Strophe eigentlich spricht:

 

Und håt ma mei Büabal weggnumma!

Er håt ma's weggnumma und håt´s nimma bråcht.

 

Die Mutter kanns wohl kaum sein, denn die ist ja schon tot, vielleicht aber der Vater?

 

Wenns aber der Vater ist, dann müßte er sich ja auch über den Tod seiner Frau beklagen, hätte zumindest diese Klage nicht ausgelassen im Lied.

 

Vielleicht ist die Mutter doch nicht tot? Sondern vielleicht nur "ausgegangen" für immer?

 

Könnte also ein Familiendrama sein. Psychopathische Mutter verläßt ihr Kind und überläßt es damit seinem sicheren Tod, der Vater kommt nach Haus und findet sein totes Kind vor.

 

Hmmm, wirklich rätselhaft.

 

Ja eigentlich ein sehr makabres Schlaflied, weil es ja um den Todeschlaf geht, und die Musik, die wie ein Wiegenlied aufgemacht ist, steht dazu in krassem Kontrast.

 

Sehr arbeitsintensives Gesamtkunstwerk mal wieder von dir.

 

angry

 

 

MW73 meinte am 19.12.2010 um 12:39 Uhr

Das ist schon fast Comedy.

 

Sau guat (Ich mag diesen Dialekt indecision)

 

cheeky Michael

sinnuli70 meinte am 19.12.2010 um 12:25 Uhr

Ach, Frantzi..... Klasse, dass mann Dich auch mal hören kann.indecisionDanke für die Aufklärung... Habe immer als Kind nur die Musik mitgesummt ohne zu wissen was da dahintersteckt. LG Uli

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