Ich hatt' einen Kameraden (Blues Harp Solo)

MartinJr schrieb am 16.04.2010 um 16:20 Uhr
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Tags:
Titel: Ich hatt' einen Kameraden (Der
Künstler: Martin Raetz jr.
Album: Ich hatt' einen Kameraden (Der
Nachdem ich heute in der Zeitung gelesen habe, daß schon wieder deutsche Soldaten in Afghanistan gefallen sind, und warum, mußte ich einfach dieses Lied spielen.

Kommentare

Ehemaliger User schrieb am 16.04.2010 um 16:28 Uhr
Ich möchte hier im Moment nicht auf das "WARUM" eingehen.
Ich verneige mich mit Deiner Musik einfach zusammen mit Dir in Demut und Ehrfurcht vor dem Leben und dem Tod.

Keine Wertung

Visitor
Ehemaliger User schrieb am 16.04.2010 um 18:41 Uhr
Sinnloses Sterben junger Männer!

Werner
Ehemaliger User schrieb am 16.04.2010 um 18:47 Uhr
Ich hatt´einen Kameraden,
Einen bessern findst du nit.
Die Trommel schlug zum Streite,
Er ging an meiner Seite
in gleichen Schritt und Tritt.

Eine Kugel kam geflogen,
Gilt´s mir oder gilt es dir?
Ihn hat es weggerissen,
Er liegt mir vor den Füßen,
als wär´s ein Stück von mir.

Will mir die Hand noch reichen,
Derweil ich eben lad.
Kann dir die Hand nicht geben,
Bleib du im ew´gen Leben
Mein guter Kamerad!  
Spartano schrieb am 16.04.2010 um 20:20 Uhr
Warum ist immer die Frage die Gestellt wird, solange es Menschen auf der Welt gibt wird es auch Kriege geben, Klasse Musik! Herzlichen Gruß dein Musikfreund Spartano! 

Mein Künstler name ist Spartano 301, meine Freunde nennen mich Joachim, meine Jahrelange Erfahrung in der Musik ist das abmischen ( Mastern ) der Musik.

Mein Musikstill ist sehr breit gefächert, Trance, Dance, Pop, und Rock.

Musik ist für mich ein wichtige Teil meines Lebens, und es macht Spaß immer neue Musiker kennen zu lernen,

lg, von Joachim.

​​​​​​​​​​​​​​

USSR schrieb am 16.04.2010 um 20:51 Uhr
Was können wir doch ausrichten gegen solch eine Welt!?
Es zu verbessern!?
Aber wie?

Ich befürchte das das ein Ewiger Kampf sei der nicht zu gewinnen ist.
Das ist der Fluch der Menschheit .... nun ja ich trink erstmal einen, nach meiner Tradition für die Hoffnung.
Dummer weise ist das "nur" die Hoffnung .... "nur" .... ... . .   
Frantzi schrieb am 16.04.2010 um 23:56 Uhr
Lieber Martin,
leider ist gerade dieses Lied durch zuviele missbräuchliche Verwendungen nicht mehr die erste Wahl...
Es gehört mittlerweile - auf Grund seiner historischen Belastung - auch nicht mehr zu den Musikstücken, die einem (berechtigten) Anlass wie diesem adäquat sind.
Da ich Dich und dein musikalisches Wissen sehr schätze, ersuche ich Dich, Deine Position nochmals zu überdenken und gegebenenfalls eine besser geeignete Melodie zu wählen.
Die Bewertung von mir fällt  leider (ohne auf musikalität zu achten) absolut schlecht aus...
1*
Franz
Das hat absolut nichts damit zu tun, dass ich immer schon gegen solche sinnlosen (und auch gegen viele vermeintlich "sinnvolle") Opfer war.
Mein Beileid gilt den Hinterbliebenen....
MartinJr schrieb am 17.04.2010 um 00:35 Uhr
Es gibt keine "bessere und geeignetere Melodie" als gerade diese, lieber Franz. Sie kommt aus der deutschen Seele und aus meinem Herzen.
smartsmurf schrieb am 17.04.2010 um 10:39 Uhr
"Deutsche Seele" ???
holie schrieb am 17.04.2010 um 11:08 Uhr
Nein, Martin, aus  DER  deutschen Seele kommt diese Melo nicht,
sie kommt aus DEINER Seele !

Auch  MEINE  Seele erblickte das Licht dieser Welt in Deutschland,
doch nichts vom dem dass Du hier darstellst, ist IN MIR !

Weißt Du, Martin, wenn eine ewig selbe Reaktion auf eine ewig selbe Aktion kommt,  WIE  soll sich jemals etwas ändern ???

Ist das wirklich Alles, was Du diesem wiederholten Schwachsinn entgegen zu setzen hast?
Was hast Du getan,  BEVOR man die Kinder wieder einmal in den Tod geschickt hat ?
Du konntest keine Demo organisieren ?
Na gut, hast Du auf dem Marktplatz gestanden und gesungen, oder gespielt um aufmerksam zu machen,  BEVOR  es 'losging' ?  Nein?  Warum nicht, Du kannst doch auch JETZT spielen?!

Ich sage nicht  "Entschuldige bitte Martin, aber . . ."  , nein, das sag' ich nicht !
Ich sage  "Jungs, wo waren Eure Mütter, wo Eure Großväter, als ihr Euch entschieden habt, diesen Weg zu gehen ? Wo ? "  Ich bedaure unendlich, dass niemand Euch beigebracht hat, schöner von Euch zu denken, als einzig Kanonenfutter zu sein . . . wieder einmal . . .

Mit Menschen kann man nur machen, was Menschen mit sich machen lassen.

Jesus ( wenn er denn gelebt hat ?) soll gesagt haben
"So lange ihr glaubt sterben zu müssen, lass ich euch eure Toten begraben."
Wie er  DAS  wohl gemeint hat . . . . ?

Ich jedenfalls bin mächtig traurig darüber, dass das Volk in dem ich geboren bin, das Volk
der 'Dichter und Denker'  verlernt hat, aufzustehen und ganz einfach "NEIN" zu sagen.  Statt dessen änderte  "Jemand" die Überschrift und spielt mit uns das selbe Spiel . . . und über das "Jammern DANACH " , diese pseudohaft daher kommende Traurigkeit, kann ich mich einfach nur übergeben.  Sicher,  SO  hast Du es wohl nicht gemeint, doch genau so, kommt es in meiner  "deutschen" Seele an . . .
TommyG schrieb am 17.04.2010 um 14:40 Uhr
Das ist sicher sehr schön gespielt, doch bleibt mir das Lob eher im Halse stecken ob der Tradition, die dieses Lied zur Beschönigung und Verklärung von Kriegsopfer, Heldentod und dergleichen hat. Ich hätte mir als Trauerlied eher "Amazing Grace" gewünscht, das in einer internationalen Menschenrechtstradition steht:

"Heute zählt Amazing Grace zu den beliebtesten Kirchenliedern der Welt und wird von Angehörigen unterschiedlichster christlicher Konfessionen gesungen. Daneben gilt das Stück als Protestsong gegen die Sklaverei sowie als Hymne christlicher wie nicht-christlicher Menschenrechtsaktivisten. Aufgegriffen wurde es insbesondere aber von der Gospelmusik. (....) Da Amazing Grace sehr bewegend auf die Zuhörer wirkt, wird es bis heute häufig auf Beerdigungen oder Gedenkveranstaltungen gespielt und gesungen."

http://de.wikipedia.org/wiki/Amazing_Grace

LEFTHANDER schrieb am 17.04.2010 um 17:45 Uhr
Hallo Martin,

da hast Du das richtige Thema angeschnitten und siehst ja auch die Reaktionen darauf.

Ich schließe mich hier der Meinung von Karin an, besser kann man es leider Gottes nicht bschreiben.
Besonders der Dritte Satz sagt schon alles aus. Die meisten wollen das sich in Ihrem Leben etwas ändert, die Vorraussetzung und Grundlage  dafür ist, das ich mit der Veränderung bei mir anfange, weil dann auch die Veränderung als veränderte Reaktion zurückkommt.
Und solange das nicht passiert, wird sich auch nichts verändern.

LG
Lefty
Ehemaliger User schrieb am 17.04.2010 um 18:24 Uhr
jedes opfer eines krieges ist ein schrecklicher schmerz für die angehörigen & für die erkenntnis, dass menschen einen ganz anderen weg gehen sollten, als immerwieder diesen komplett-pervertierten!
klar meinst du das anders & ich bin mir sicher, dass deine melodie aus ganzem herzen kommt! für deine musik bekommst du von mir die volle punktzahl!
ich habe mal eine reportage über einen iraner gesehen, der bei einer hochzeitsfeier über 50 (!!!) angehörige durch einen amerikanischen luftangriff verloren hat...diesen menschen hat niemand gefragt, ob er für die interessen seines landes in den krieg ziehen möchte - wie soll man einem solchen menschen erkären, dass WIR die guten sind? wie ihn moralisch davon abhalten, den sprengstoffgürtel umzulegen??? wer spielt für seine toten unschuldigen kinder???
es ist immer einfach, standpunkte zu beziehen - aber SO geht es immer weiter...
ansonsten hat karin einfach alles gesagt!
ein friedliches wochenende!
liebe grüße
michi
MartinJr schrieb am 18.04.2010 um 16:59 Uhr
http://www.bdzv.de/kurt_oesterle.html

Für weitere Fragen zur Historie dieses Liedes. Es wäre schön, wenn Ihr Euch diesen Artikel "Die heimliche deutsche Hymne" (Link von Wikipedia, Der gute Kamerad) einmal durchlesen würdet. 
"Der gute Kamerad" ist eines unserer schönsten deutschen Volkslieder. Mich interessiert, was dieses Lied in sich beinhaltet, in seinem Text und in seiner Melodie. Was von außen hineininterpretiert wurde oder wer-wie-wann das Lied politisch mißbraucht hat zählt dabei nicht im geringsten.
ArtistW schrieb am 19.04.2010 um 00:24 Uhr
Hallo Martin,
Ich will mich hier weiter nicht hineinmisschen aber bei mir hat den Titel sofort Gedanken an 1940-45 hochgerufen (bin da nicht bei gewesen und auch bin ich da nicht hoch empfindsam; schon interessiert ist nun mal Geschichte).
Ob das nun zurecht ist oder nicht (und wahrscheinlich auch schade um das Lied), ich denke so etwas kann man doch besser vermeiden.
Jan (ArtistW) 
MartinJr schrieb am 19.04.2010 um 01:38 Uhr
 P. S. Ich bin als junger Mann öffentlich mit Friedens- und Antikriegsliedern aufgetreten. Wurde auch oft von der Polizei deshalb überprüft und durchsucht. 
holie schrieb am 19.04.2010 um 11:05 Uhr
so so . . . " Was von außen hineininterpretiert wurde oder wer-wie-wann das Lied politisch mißbraucht hat zählt dabei nicht im geringsten "kann ja nicht sein, Martin ! Unter dem Motto "Politik" hast DU dieses Lied doch eingestellt . . .
Was Du als 'junger Mann' getan hast ist zwar nett zu wissen, doch was hat das mit dem JETZT zu tun ??   JETZT stellst Du dieses Lied hier rein,   JETZT hast Du die Reaktionen darauf . . .


Selbst wenn Du noch 20 den Titel erklärende Links hier einstellst, ändert das an meinem Empfinden rein gar nichts und . . . inhaltlich bist Du auf rein gar nichts der Dir angebotenen konstruktiven Kritik eingegangen . . . das widerum läßt den Schluß zu, dass wir, nach Deiner Darstellung, ab heute auch gern wieder den Begrif "Nigger" benutzen . . . hmm . . . was da, wer auch immer hinein interpretiert, zählt doch nicht...

 

Vielleicht magst Du ja doch mal über Folgendes nachdenken:

Mutter Theresa hat (inhaltlich) gesagt > ladet mich nie zu einer Anti-Kriegsdemo ein, ich werde nicht kommen . . . . ladet mich ein, zu einer Friedensveranstaltung.


Hast Du Dir mal vorgestellt, was wohl geschehen würde, wenn Du diese, Deine Aufnahme, den Angehörigen der toten Jungs schicken würdest? Also, was ICH täte, weiß ich sehr genau ! . . .
MartinJr schrieb am 20.04.2010 um 21:59 Uhr
  Hallo Karin, "Nigger" ist ein Schimpfwort, manchmal einfach auch nur Slang, aus den USA. Wüßte nicht, was das mit deutscher Tradition zu tun haben sollte. Wieso unterstellst Du mir so etwas? Ich habe die Melodie nicht unter dem Motto "Politik" veröffentlicht sondern als spontane persönliche Gefühlsäußerung. Es ist eines der Lieder, mit denen ich aufgewachsen bin, und die mir sehr viel bedeuten. Ich werde aus meinem Herzen keine Mördergrube machen, nur aus Angst ich könnte als "politisch nicht korrekt" dastehen.  Es geht mir zu weit, und verstößt gegen die Grundrechte, wenn Du hier verlangst, ich sollte eine Art politischen Offenbarungseid (nächstesmal vielleicht sogar ein öffentliches religiöses Bekenntnis?) ablegen. Wie hättest Du es denn gerne; eine Liste meiner politischen Aktivitäten der letzten drei Monate mit beiligendem polizeilichen Führungszeugnis? Mein Blues harp Solo habe ich auf YouTube veröffentlicht. Wer will kann es dort ansehen, schicken werde ich es keinem - wie sollte man auf so eine Idee kommen? Du scheinst nicht bereit zu sein, wissenschaftliche bzw. allgemein anerkannte Fakten zur Kenntnis zu nehmen (ich verweise noch einmal auf Wikipedia und vor allem auf den Link dort zu "Die heimliche deutsche Hymne") noch eine persönliche Meinung zu tolerieren. Die Diskussion verletzt mich zutiefst und ist angesichts der Opfer, auf beiden Seiten, (zumindest hier und in dieser Form!) höchst unwürdig. Aber es gibt ja Menschen, die selbst eine offizielle Trauerfeier stören, wenn dort dieses Lied gespielt wird. Da steht dann die politische Meinung über der Pietät und das bin ich wiederum nicht bereit zu akzeptieren. Die Idee, mich öffentlich zu produzieren, stammte von Dir. Deswegen habe ich geantwortet, daß ich das schon genügend getan habe und jetzt langsam aus dem Alter raus bin. Der "Gute Kamerad" ist eines unserer schönsten und bewegendendsten deutschen Volkslieder. Es ist kein Kriegslied, sondern ein Antikriegslied, da es den Krieg nicht verherrlicht, sondern dessen Leid zeigt. Wir sollten es nicht den Rechts- oder Linksextremisten überlassen und auch nicht den Militaristen. Martin http://de.wikipedia.org/wiki/Der_gute_Kamerad kurz aber treffend: http://www.stefanjacob.de/Geschichte/Unterseiten/Quellen.php?Multi=70  
holie schrieb am 22.04.2010 um 12:45 Uhr
Hallo Martin.
Ja, genau, es ging um DICH . .   DU  hattest ein spontanes Gefühl und  ja, da hast Du einen Teil in mir richtig erkannt. Wissenschaftliche 'Fakten'  NICHT zu akzeptieren ist eine Voraussetzung für Forschung, anderenfalls wäre unsere Erde noch immer eine Scheibe. Ich forsche gern.
Kritik auszuhalten ist für niemanden einfach, wir glauben, der Kritiker würde uns, als Wesen das wir sind, komplett demontieren. Ich verstehe das, doch so ist es nicht. Auf  'etwas' hinweisen will ich und das sei mir gestattet, in einem öffentlichen Forum.
Aus dem Leben eines Politikers und Dichters ist dieser Text entstanden . . . wohlgemerkt, Soldat war er nie. Zu seiner Zeit hoch vereehrt, in meiner Zeit erlaube ich mir einen kritischen Blick auf seinen Text.

Schau'n wir uns den Text an.  Der Sänger lädt sein Gewehr . . . was wird er danach wohl machen . . . kein Wort über den Wahnsinn, der ihn überhaupt in eine solche Lage gebracht hat . . . nichts . Die OBERkonfusion ist für mich dann die Zeile  "bleib' du im ew'gen Leben" . . . aha, der  Texter  will uns also mitteilen, dass er davon ausgeht (und alle, die dieses Lied mitgesungen haben, müssen es ja genau so empfunden haben), dass es so etwas wie ein  'ewiges Leben'   gibt ?!  Nun, da würde sich doch die Frage stellen,  WARUM  steht er denn da,  der Soldat? . . .  soweit ich mich erinnern kann, wurde mir von den 'Alten' auf meine Frage hin, weshalb sie denn überhaupt in den Krieg gezogen sind, erklärt, dass, wenn man sich geweigert hätte, man selbst erschossen worden wäre und DAVOR  hatte man halt Angst . . . . wie? was? . . . ich verstehe das nicht, Martin . . . gibt es zwei Arten von  'Angst vor dem Tod' ?  Welches  "ew'ge Leben"  hat denn der Texter gemeint? Überzeugt davon, dass es DAS tatsächlich gibt, kann er ja nicht sein, denn dann hätte er doch im Text dem Soldaten sagen müssen  "lass mal deine Ballerei sein !  Du kannst sowieso niemanden töten . . . auch dich kann niemand töten . . .  ABER  >> Du kannst zum Ausdruck bringen, WOFÜR du bereit bist, SCHEINBAR  zu sterben !"  (wie gesagt, "ewiges Leben"  beinhaltet halt nur  "scheinbares Sterben" . . . zumindest, wenn wir in der Logik bleiben)
Nein, Dein religiöses Bekenntnis ist nicht wichtig.

Über Ludwig Uhland wurde auch geschrieben: "Als nach seinem Tod der Nachlass veröffentlicht wurde, war vieles schon überholt . . . . "  ich für meinen Teil tue gern etwas dafür, dass es auch diesen Text betrifft. 






MartinJr schrieb am 22.04.2010 um 22:38 Uhr
 Hallo Karin,
ich habe meine 18 Monate Grundwehrdienst anfang der 80er in der DDR abgeleistet. Heute hätte man die Möglichkeit Zivildienst zu leisten. Damals gab es nur die Wahl entweder zu dienen oder in den Knast und danach das berufliche Aus. Es gab zwar noch die Bausoldaten. Da kenn ich mich aber nicht aus; es war aber eine Art Strafe.
Die Ausbildung bei der Armee hat sich, im psychologischen Sinne, seit den Alten Griechen und Römern nicht geändert. Die Jungen werden gezwungen einzurücken. Zumindest damals gab es, fast, keine Möglichkeit sich dem zu entziehen, ohne nicht zugleich die staatsbürgerlichen Rechte zu verlieren. In Kriegszeiten wurde man für Wehrdienstverweigerung oder Desertation erschossen oder erhängt, nicht ohne daß man vorher noch völlig fertig gemacht wurde und enorme Nachteile an der Familie hängenblieben. Da ist es besser, ehrenvoll im Kampf zu fallen. Immerhin hat man da wenigstens die Möglichkeit zu überleben und Frau und Kinder wiederzusehen.
Ist man eingezogen, wird mit den seit Jahrtausenden bekannten und perfektionierten Methoden die Persönlichkeit erstmal komplett zerstört, um sie dann im Sinne der Armee neu aufzubauen. Heute zeigen sie so etwas in Sendungen über Boot Camps. Das sind aber reine Ferienlager gegen die alten Ostblockarmeen. Am schlimmsten war die Ausbildung bei den Russen. Aber auch in meiner Kaserne gab es durchschnittlich ein bis zwei Selbstmorde pro Jahr.
Wenn man es nicht selbst erlebt hat, ist es wahrscheinlich nicht nachvollziebar. Die Armee ist wie ein Ameisenstaat. Der Soldat ist wie der Ameisensoldat. Du hast keine Möglichkeit eigenständig zu denken und zu handeln. Im Gefecht würdest Du damit auch dein eigenes Leben und das der ganzen Einheit riskieren. Du kannst Dir zwar Gedanken machen, warum, es nützt Dir aber nichts.
Ich kann das Thema hier nur anreißen, sonst wirds ein Buch.
Zu Uhland später ...
MartinJr schrieb am 22.04.2010 um 23:32 Uhr
Über Uhland ist viel geschrieben worden. Ich schließe mich dem Artikel in der Wikipedia an, aus dem ich kurz zitiere:
"Damals schrieb Uhland sein Gedicht 'Der gute Kamerad', das dann auf eine Melodie von Friedrich Silcher (1825) viel gesungen und in späteren Zeiten - bis hin zum Nationalsozialismus - häufig im Sinne des patriotischen Aufbruchs und der Kriegsverherrlichung umgedeutet wurde. Uhlands Text ist weit entfernt von alledem, er handelt - nüchtern und doch bewegend - von Freundestreue und Kriegsschicksal." (Hervorhebung von mir)
http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Uhland

Es ist so, daß der Text, s. o., umgedeutet wurde und gegen diese Umdeutungen richtet sich die heutige Kritik. Im Text steht das gar nicht drin, was da alles herausgelesen und hineininterpretiert wurde. Ich schätze Herrn Reich Ranitzki, unseren "Literaturpapst", sehr für seine Kompetenz. Den Film über ihn sollte man gesehen haben. Er ist jüdischer Deutsch-Pole und gewiß kein Militarist oder Nazi. Ranicki hat Uhlands Guten Kameraden 2005 in seinen Kanon der Deutschen Literatur aufgenommen. Das spricht sehr für das Gedicht.

Poesie kann man nicht wörtlich nehmen, sonst wäre es keine. Man muß aber einen Zugang haben. Kunst ist nur aus ihrer Zeit heraus zu verstehen. Wir sprechen hier über die Zeit Goethes und Schillers, der Befreiungskriege gegen Napoleon, der Zeit Beethovens - kurz, der Weimarer und der Wiener Klassik. Wenn man sich in die Musik und Literatur dieser Zeit hineinversetzen kann, sie gut kennt, versteht man sie auch selbst und muß sich nicht mit den Interpretationen anderer zufriedengeben. Letzlich führt die Beschäftigung mit Kunst so auch zu geistiger Freiheit und Eigenständigkeit. Uhland ist geradezu die Verkörperung dieser Freiheit.

Vergessen wir nicht die Musik Silchers. Er hat dazu ein Schweitzer Volkslied umkomponiert. Diese Melodie ist so ergreifend, daß sie, auch ohne daß man den Text kennt, zu Tränen rühren kann.

Ich habe das Lied als Schüler in der Fassung Ernst Buschs kennengelernt. Den Originaltext kannte ich damals nicht, habe die Melodie aber nie vergessen. Ohne diese Melodie hätte ich den Text wohl nie zur Kenntnis genommen.
Erst mal so weit. Gruß. Martin   
M-64 schrieb am 05.08.2010 um 18:20 Uhr

Ich möchte ich mich nicht in diese Diskusion einmischen, die ich gerade gelesen habe.

Für mich persönlich muß ich sagen, daß dieses Lied, ein Lied mit Ausdruck ist, welchen Sie hier vorgetragen haben.


 

AlfredH schrieb am 13.09.2011 um 09:52 Uhr

toll gelungen !!!