Video -> automatische Qualitätsbestimmung beim Wandeln (Bitrate)

tobias-75 schrieb am 26.06.2017 um 13:01 Uhr

Hallo,

das ist mein erster Post hier, ich hoffe mit meinem Anliegen bin ich bei euch richtig. Über die Suchfunktion habe ich noch keine ähnliche Frage bzw. Antwort gefunden und in Sachen Videocodec bin ich bis jetzt leider nicht so bewandert.

Ich habe folgendes Problem: seit über 20 Jahren wird bei uns in der Familie gefilmt, mit den unterschiedlichsten Formaten. Es gibt eine grobe Sortierung nach Jahren und Ereignis, selten geschnitten, höchstens aussortiert. Es gibt einen bunten Mix an Auflösungen, Formaten und Codecs in den gehorteten Videodateien wo wirklich so alles der letzten Jahrzehnte dabei ist. (Roh-Avi,Avi mit divx codec, mpeg-2, mpeg-1, DV, ...)

Ich habe mir nun vorgenommen, all diese verschiedenen Dateien zu schneiden und in ein effektivieres Format (H.264 oder HEVC) umzuwandeln. Eine Vorstellung meinerseits wäre jetzt, dass mir die Entscheidung bezüglich der Qualität (z.B. Bitrate) vom Programm abgenommen wird. D.h. anhand der Qualität der Ursprungsdatei wird z.B. die Bitrate automatisch bestimmt für die Zieldatei. (Ich habe gelesen, dass es bei x264 eine Option gibt die das tut: crf) Gibt es so etwas im Zusammenhang in Video Deluxe (16.0.4.98(UDP3)) auch?

Mir ist bewusst, dass ein Umcodierung immer mit Qualitätseinbußen einhergeht und mein Vorhaben zeitlich auch sehr intensiv sein wird. Daher wollte ich vermeiden, manuell an den Bitraten (pro jeden einzelnen Film) so lange rumzuschrauben und zu testen bis ich sage, jetzt sehe ich optisch keinen großen Unterschied mehr und die Datei ist auch schön klein geworden. Ich suche nach einer technischen Möglichkeit, die mir das automatisch abnimmt.

Vielleicht gehe ich auch komplett falsch an die Sache ran, oder die Lösung ist ganz einfach. Ich bin gespannt auf eure Antworten.

Grüße Tobias

 

Kommentare

Ehemaliger User schrieb am 26.06.2017 um 15:06 Uhr

Letztlich kannst Du für einen Film auch nur eine Einstellung wählen.

Wenn also Dein Ursprungsmaterial unterschiedliche Qualitäten aufweist, aber dennoch in einem Film erscheinen soll, dann orientiere Dich am qualitativ hochwertigsten Objekt, das Du verwendest für die Einstellung des zu exportierenden Films.

Ist der Abstand vom besten zum schlechtesten Film zu groß, sollte man sich überlegen, ob man die geringer aufgelösten Objekte im Film nicht verkleinert darstellt (also mit einem schwarzen Rahmen und nicht Bildschirmfüllend)

 

 

tobias-75 schrieb am 26.06.2017 um 15:52 Uhr

Hallo, die Quelldateien sollen nicht miteinander vermischt werden. -> ich werde keinen neuen Film aus einer mpeg1-Quelle und einer divx-Quelle zusammenstellen. Im Idealfall werden es 1 zu 1 Abbilder mit etwas Schnitt pro Quell-Datei.

Ehemaliger User schrieb am 26.06.2017 um 16:45 Uhr

Dann wähle für den Export und die Filmeinstellungen exakt die Werte, die dem zu importierenden Film entsprechen.

Schau Dir auch mal die Option Smart Render an. Ich selbst arbeite nicht damit, aber hier könnte es passen

tobias-75 schrieb am 26.06.2017 um 20:54 Uhr

Irgendwie habe ich das Gefühl etwas missverstanden zu werden, oder ich habe einen bösen Denkfehler und verlange etwas Unmögliches  ;-)
Hier einfach mal ein paar exemplarische Beispiele (Ich hab weder geschrieben, dass ich 352x288 auf 1920x1080 skalieren möchte, noch dass ich etwas auf CD ausgeben möchte):

Datei 1 alt:
01.mpg (352x288, Mpeg1, Mpeg Audio)
Datei 1 neu
01.mp4 (352x288, HEVC, AAC)

Datei 2 alt:
02.mpg (720x576, Mpeg2, Mpeg Audio)
Datei 2 neu
02.mp4 (720x576, HEVC, AAC)

Datei 3 alt:
03.avi (720x576, DV Video, PCM)
Datei 3 neu
03.mp4 (720x576, HEVC, AAC)

Datei 4 alt:
04.avi (720x576, divx, mp3)
Datei 4 neu
04.mp4 (720x576, HEVC, AAC)

Datei 5 alt:
05.mts (1920x1080, MPEG4 AVC, AC3)
Datei 5 neu
05.mp4 (1920x1080, HEVC, AAC) ; 

Bei allen 5 Beispielen ist meine Frage, ob es eine Art automatische Bitratenbestimmung  gibt, die anhand der Qualität der Ursprungsdatei mir automatisch die sinnvollste  Bitrate für die Zieldatei ermittelt.

Beispiel 1, die mpeg1 Datei: 
Original: 6 MB Größe, 33 Sekunden Dauer
Datei neu bei Bitrate:
15000 kbit/s  (Standardgröße beim Export): 38 MB (mit dieser Standardoption ist meine Zieldatei deutlich größer als die Quelldatei)
5000 kbit/s : 20 MB
1000 kbit/s : 5MB
800 kbit/s : 4MB
500 kbit/s : 2,5MB

Rein optisch würde ich sagen, dass 800 kbit/s der Originaldatei (mpeg1) in nichts nachsteht, selbst bei der 500 kbit/s könnte ich sagen: Ich sehe keine starken Qualitätseinbußen.  Tiefer bin ich dann nicht mehr gegangen.
Aber genau diese „Ausprobieren“ möchte ich umgehen, da ich a) meinen eigenen Urteilsvermögen nicht ganz traue und b) ich mir sage, da muss es doch etwas geben, das mir diese Arbeit des Ausprobierens abnimmt. Wie weit kann man mit der Bitrate runter, ohne einen starken sichtbaren Qualitätsverlust beim Umwandeln zu riskieren. (im Vergleich zur Originaldatei)

@ juergendiener: Beispiel 5 ist wahrscheinlich etwas sinnfrei, aber ich meine mal gelesen zu haben, dass h.265 im Vergleich zu h.264, bei gleichbleibender subjektiver Bildqualität, die Bitrate sich um bis zu 60% verringern lässt. Würde ich jetzt eine h.264 in eine h.265 Datei wandeln und die gleichen Werte wie in der Originaldatei verwenden, würde ich ja einen großen Vorteil von h.265 verschenken, weil kleiner würde die Datei dann doch nicht werden? Ist aber nur eine Vermutung von mir.

@FredW : "mpeg-1" wer nutzt denn sowas noch *dreifragezeichen
Das sind größtenteils alte VHS-C Aufnahmen und wurden damals (90‘er), ich nehme an aus Platzgründen, als mpeg-1 digitalisiert.  Die Bänder existieren nicht mehr, daher kann ich sie nicht in ein besseres Format noch einmal digitalisieren.
Ausgeben möchte ich den „alten Kram“ weil es Urlaube, Hochzeiten oder Erinnerungen an schon verstorbene Personen sind. Bisher hat keiner Augenkrebs bekommen weil die teilweise 25 Jahre alten Aufnahmen nicht in 1920x1080 vorliegen, wie auch?
 

Ehemaliger User schrieb am 27.06.2017 um 09:41 Uhr

Der Ansatz von tobias-75 ist korrekt.

Wo und wie wird der fertige Film angeschaut ist die wichtigere Frage, als die nach der resultierenden Größe.

Wenn etwas auf einen physikalischen Träger kopiert wird muss dessen Kapazität natürlich berücksichtigt werden (DVD oder Bluray). Lade ich das Programm irgendwohin in die Cloud gibt es auch manchmal Grenzen (Bsp 2 GB).

Allerdings ist es heute durchaus üblich, dass selbst Onlinedienste oder USB - Sticks Dateien größer 4 GB verkraften und die meisten TV - Geräte Bitraten bis 20000 BPS ohne Zuckeln überstehen.

Der Codec H.265 ist natürlich besser, aber doch noch nicht ganz so weit verbreitet, wie H.264, somit ist man mit letzterem auf der sicheren Seite, was das Abspielen auf nicht 4K Fernsehern angeht.

Die Bitrate einer Datei kann man übrigens sogar im Windowsexplorer erkennen. Rechtsklick auf die Datei - Eigenschaften - Details Dort steht der Wert.

Wenn mann dann bei der Ausgabe diesen Wert oder einen etwas höheren als Mittelwert bei der variablen Bitrate wählt, sollte kein erkennbarer Unterschied feststellbar sein und die Dateigröße wird annähernd gleich bleiben zur Originaldatei.