SF Version 14 (ist eigentlich eine 13.1) enthält Bugs aus Version 6

Steve_K_ schrieb am 15.02.2020 um 16:17 Uhr

Nachdem man offenbar KEINE MÖGLICHKEIT hat, direkten Support von Magix zu erhalten, muss ich mir hier mal Luft machen. Was da mit der Sound Forge Version 14 geliefert wird ist eine komplette Unverschämtheit! Man hätte das Ganze auch Version 13.1 nennen können. Ich bin derart aufgebracht, ich kann das einfach nicht glauben. Nun hab ich lange nichts gesagt, weil der Preis ja wirklich moderat ist. Aber dann soll man doch bitte eine Version für Profis anbieten die mehr kostet, anstatt ein historisch gewachsenes Sammelsurium an Funktionen zu verscherbeln und ein paar zugekauften Plugins als "neue Features" anzupreisen. Da fühle ich mich echt nicht ernst genommen.

Ich nutze Sound Forge seit der Version 6 (habe es damals professionell verwendet als Sounddesigner und Produzent) und hatte eine längere Pause gemacht nach Version 7. Ich bin mit Version 12 wieder eingestiegen und musste feststellen, dass sich im Grunde an dem Produkt seit 20 Jahren NICHTS geändert hat! (gut, da waren ein paar Akquisitions dabei, das kann schon mal für die Produktentwicklung ein Nachteil sein. Sony hat wenigstens noch ein Dutzend neue Effekte hinzugefügt, die zu der Zeit sehr hochwertig waren...). Doch auch heute, nach 20 Jahren wird immer noch uralter Schrott (20 Jahre alter Code) optisch etwas aufgepeppt und das war es... Jetzt wurde die Version 14 großartig beworben, mit neuen Effekten und Instant Actions. Die Actions sind so instant, dass dem Manual eine halbe Seite dafür gewidmet wurde mit Informationen, die man sowieso erkennt, wenn man da drauf klickt. Offenbar handelt es sich um fest vorgegebene Aktionen die null anpassbar sind und ich habe auch nirgendwo Infos dazu gefunden, dass man eigene Actions einfügen kann (denn die Actions die da angeboten werden sind für mich nutzlos). Kein Tutorial für die Actions, die so groß beworben wurden!? Na gut, dann gibts da offenbar ja auch nichts, was erwähnenswert wäre...

Die großartig beworbenen neuen Effekte sind 3 (!) VST Plugins, die sowieso jeder Anfänger als freeware aus dem Netz laden kann. Wer Musik produziert und keinen Chorus oder Delay Effekt hat, der hat sowieso ein ganz anderes Problem. Im Grunde wird hier ein nicht weiter entwickeltes Produkt mit fremden Features aufgehübscht. Das war in Version 13 schon so (ja, die iZotope Plugins sind toll, aber die sind auch nur ein Fremdprodukt zum Aufhübschen eines nicht weiter entwickelten Produkts). Da fühle ich mich als Anwender echt veräppelt.

Da kann man noch so viele "Produzenten" vor einen Mischpult setzen und die erklären lassen, wie toll das Tool ist. Ganz offensichtlich haben die keine Ahnung von Musikproduktion oder das Tool nie richtig genutzt. Ich unterhalte mich gerne mal mit denen.

Drei Folder für die Nutzung von VST Plugins in den Einstellungen? Klar, wer noch keinen Chorus und keinen Delay hat, der hat das Problem nicht. Aber heute schreibt jedes VST seine 32 Bit, 64 Bit, VST2, VST3 Version in 47 verschiedene Ordner! Das ist kaum noch kontrollierbar! Drei Ordner zum Suchen von VST Plugins ist leider Kinderspielzeug. Professionelle Tools bieten da die Option mit Trennern (;) beliebige Anzahl Ordner anzugeben oder Listboxen mit mehreren Listeneinträgen.

Auch völlig unglaublich: Die Effekte aus den Menüs sind so buggy wie am ersten Tag und die GUI wurde seit 20 Jahren (!!!) nicht angefasst! Dass die GUI nicht sexy ist, damit kann man sicher leben. Regler für Windows 98 (ja, das ist tatsächlich Code aus dem letzten Jahrhundert - kein Witz!) reagieren aber heute einfach nicht mehr so wie damals (entweder viel zu grob oder im Feinmodus viiiiiel zu fein, da muss man ewig mit der Maus ziehen). Die Einstellungen sind einfach nervig fummelig und nicht zeitgemäß. Die Hüllkurve hat seit 20 Jahren das Problem, dass 100% nicht 100% sind (ok, er maximiert den Pegel) - aber bei 0% geht der Level nicht auf 0 sondern bleibt im Original. Die Funktion ist nahezu unbrauchbar.

Der größte Bug seit Version 6: Die Funktion Vorhören! Wenn man bspw. den Grafik EQ oder Pitch Shift aus dem Menü verwendet, dann funktioniert nach einer Weile das Vorhören nicht mehr. Wie kann seit 20 Jahren so ein Bug (der zahlreiche Effekte aus dem Menü betrifft) unbemerkt bleiben? Oder gibt es da eine geheime Lösung? Beispiel: Also z.B. 50 Samples laden, mit dem Grafik EQ verstellen, Vorhören klicken -> spielt dann normalerweise den Sound mit verändertem EQ ab. Ok klicken und der Sound hat den neuen EQ Sound. Soweit so gut. Nach einer Weile drückt man (z.B. beim Sample X) auf Vorhören und die Veränderung wird nicht mehr abgespielt. D.h. ich kann z.B. den Bass komplett herausfiltern, aber es wird nur das original Sampel abgespielt, als wäre Bypass aktiviert worden. Man kann nun alle Checkboxen an und aus klicken (Bypass, Echtzeit), es ändert sich am abgespielten Ton nichts, die EQ Veränderungen sind nicht hörbar. Wenn ich auf OK klicke, wird die Veränderung dann trotzdem in den Sound übernommen - das nutzt mir nur nichts, da ich keine Kontrolle darüber habe, was sich am Sound ändert, wenn ich im Effekt arbeite. Egal, ob ich dann den Effekt schließe und neu lade - das Vorhören funktioniert nicht mehr. Ich konnte noch kein Muster erkennen, wann genau das Problem auftritt. Manchmal geht es recht schnell, manchmal dauert es eine ganze Weile (ich öffne bei vielen Samples den Effekt immer wieder für jedes Sampel und irgendwann funktioniert das Vorhören nicht mehr). Wie gesagt betrifft das zahlreiche Effekte aus dem Menü, nicht nur EQ. Ich muss SF komplett neu starten und dann funktioniert es wieder. - Das Ganze wie gesagt seit ca. 20 Jahren mit diversen Versionen von Windows (von Win 2000 über XP bis Win 10) und verschiedenster Hardware und Audio Equipment. Es kann also UNMÖGLICH an meiner Konfiguration oder an irgendwelchen Treibern liegen, das ist ein Ur-Bug im Produkt. Klar kann ich auch VSTs nutzen. Aber jeder, der mal professionell Sounds editiert hat weiß, dass ein schnelles, einfach zu bedienendes Tool Gold wert ist! Bis ich ein VST geöffnet habe und die meist sehr komplexen Einstellungen, dauert es einfach viel länger. Dann gibts Tools wie von iZotope die offenbar erst mal den Aktivierungscheck der Serial machen, das dauert alleine schon Ewigkeiten, bis das Tool überhaupt da ist! Daher hatte ich mir von den Instant Actions einiges erhofft.

Ich werde jetzt keine weiteren Updates von SF mehr kaufen und mich nach Alternativen umsehen. Diese ganzen angepriesenen "Features" der letzten Versionen sind aus meiner Sicht reine Marketingblasen. Keine wirkliche neue Funktionalität und das gesamte Effektsammelsurium der letzten 20 Jahre müsste dringend mal aufgeräumt werden. Sollte Magix irgendwann mit einer professionellen Lösung kommen, bin ich gerne wieder dabei. Marketing blabla wird da aber nicht ausreichen, da muss sich wirklich mal was am Code geändert haben.

PS: Sollte das alles etwas zu emotional klingen, dann bitte ich um Entschuldigung! -Aber ich bin wirklich frustriert darüber, wie man ein eigentlich tolles Produkt so "verkommen" lassen kann.

Kommentare

FredW schrieb am 15.02.2020 um 19:37 Uhr

@Steve_K_,

Nachdem man offenbar KEINE MÖGLICHKEIT hat, direkten Support von Magix zu erhalten,

FALSCH: über die Supportseite kannst du täglich zwischen 10:00 und 15:00 Uhr mit dem MAGIX Supprt chatten. Wenn du während diese Zeit die Seite aufrufst erscheint ein blauer Button.

Da der Rest sehr emotional geschrieben ist, möchte ich dazu nichts antworten.

Impulsantwort schrieb am 18.02.2020 um 12:32 Uhr

Aber in einer Sache hat er Recht. Die Produkte von Magix sind - zumindest bei den mir bekannten - nur noch Marketingblasen. Beispiel Musicmaker : Mit jeder Version kommen neue Bugs hinzu, die Software immer instabiler (Spitzname "Absturzmaker"), Bugs werden nicht behoben, aber dafür kommen jeden Monat drölfzig neue Soundpools in den Store (z.T. auch nur bestehend aus recyclten älteren Pools).

Samplitude ProX4 : Ich arbeite immer noch mit X3 und bin froh, das es sehr stabil läuft und für meine Zwecke genau das macht, was ich will und brauche. X4 bietet mir selbst für den günstigen Upgradepreis zu wenig Neues und hat auch - laut Testberichten von Anwendern - so seine Probleme, aber dafür jetzt eine hübschere Oberflächen-Grafik ...

Vita-Instrumente : Noch immer kann man Vitas, die man für den Musicmaker gekauft hat nicht in Samplitude nutzen und umgekehrt. Mehrfachkauf erwünscht/erzwungen. Zum Glück kann man locker auf die Vitas verzichten, gibt genug gute und bessere Produkte, wo man nur einmal zahlt und dank VSTI in jeder DAW nutzen kann.

Video de Luxe - ich arbeite zwar selbst nicht damit, aber kenne jemanden der Hobbyfilmer ist und damit arbeitet. Auch da wurde es mit jeder neuen Version nicht unbedingt besser. Alte Bugs und Inkompatibiltäten wurden über Jahre von Version zu Version mitgeschleppt, aber hey, die Benutzeroberfläche ist jetzt noch bunter und es gibt jetzt noch mehr kostenplfichtgen Content, den man dazukaufen kann.

Insgesamt scheint die kostenintensive Produktpflege und Weiterentwicklung bei Magix rückläufig zu sein und der Anteil an kostenpflichtigen Inhalten zu steigen (Soundpools etc.). Bringt halt schnelles Geld ein.

Wie gesagt, ich bin zur Zeit noch mit X3 zufrieden und habe deshalb weder Zeit noch Lust (und Geld) mich in Konkurrenzprodukte einzuarbeiten. Sollte irgendwann mal dank neuer Standards (VSTI, Midi etc.) kein Arbeiten mit X3 mehr möglich sein und Nachfolgeprodukte (X5, X6 X.....) weiterhin der Konkurrenz hinterherhinken, werde ich wohl in den saueren Apfel beissen müssen.